Amerlinghaus (Tierbefreiung) – Klimacamp

Amerlinghaus (Tierbefreiung)

Die industrielle Landwirtschaft erzeugt reichlich billige Nahrung, hat aber in den reichen Ländern die bäuerliche Landwirtschaft weitgehend zerstört und die armen Ländern in ein ungerechtes Handelssystem gezwungen; sie ist hochgradig von billigen fossilen Brennstoffen abhängig, verbraucht und verschmutzt enorme Mengen Wasser, zerstört Böden und verändert den Stickstoff- und Phosphatkreislauf der Erde. Die Klimagerechtigkeitsbewegung ist auf Tiere aufmerksam geworden, da die Produktion von Fleisch ein treibender Faktor hinter der Erderhitzung ist und eine große Verschwendung von Ressourcen mit sich bringt. Doch leider wird auch der Öko-Diskurs um Tiere dominiert von Anthropozentrismus, instrumenteller Vernunft und einem unhinterfragten Herrschaftsanspruch – nur eben mit weniger CO2-Ausstoß. Er reproduziert damit Ideologien, die die Ursache für unsere heutige Lage sind. Beim diesjährigen Klimacamp wollen wir verstehen lernen, wie Diskriminierungs- und Ungleichheitsstrukturen miteinander und letzten Endes auch mit der klimatischen Vielfachkrise verknüpft sind. Eine Utopie vom guten Leben muss all jene inkludieren, die daran ein Interesse haben können und darf nicht auf erneuten Hierarchien und Ausbeutung beruhen. Es wird deshalb einige Vorträge geben, die das Mensch-Tier Verhältnis aus Sicht der Tierbefreiungsbewegung und des interdisziplinären Feldes der Human-Animal Studies beleuchten. Außerdem lernen wir Veränderungen in unserem individuellen Verhalten anzustreben, um Utopien in unserem Alltag jetzt schon leben zu können.

Das Amerlinghaus ist in der Stiftgasse 8, 1070 Wien