{"id":24739,"date":"2026-05-20T10:12:31","date_gmt":"2026-05-20T08:12:31","guid":{"rendered":"https:\/\/klimacamp.at\/?page_id=24739"},"modified":"2026-05-20T10:12:33","modified_gmt":"2026-05-20T08:12:33","slug":"hintergrund-absage-bds","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/klimacamp.at\/en\/hintergrund-absage-bds\/","title":{"rendered":"Hintergrund zur Absage des BDS Workshops"},"content":{"rendered":"\n
Wir m\u00fcssen den Workshop von BDS Austria <\/strong>morgen (Mittwoch, 10 Uhr) leider absagen<\/strong> und werden stattdessen<\/strong> den Film \u201eFive Broken Cameras\u201c<\/strong> zeigen. Leider k\u00f6nnen wir nicht garantieren<\/strong>, dass der Workshop in einem Rahmen stattfindet, in dem sich alle Beteiligten sicher und wohl f\u00fchlen<\/strong>. Diese Entscheidung wurde in Absprache mit BDS getroffen und wir stehen weiter hinter der Bewegung.<\/p>\n\n\n\n Wir wollen am diesj\u00e4hrigen Klimacamp verst\u00e4rkt antikolonialen und antiimperialen Stimmen<\/strong> einen Raum in der \u00f6sterreichischen Klimagerechtig-keitsbewegung bieten. Aus diesem Grund haben wir auch BDS Austria eingeladen. Die BDS-Bewegung setzt sich international friedlich und gewaltfrei f\u00fcr die Rechte und W\u00fcrde von Pal\u00e4stinenser*innen<\/strong> ein. Die Arbeit der Bewegung ist ein wichtiger Teil des Widerstands gegen Apartheid, Genozid und Siedlerkolonialismus<\/strong> – ver\u00fcbt vom Staat Israel.<\/p>\n\n\n\n Au\u00dferdem werden die Methoden von BDS (vor allem Divestment und Boykott) auch immer wieder von der Klimabewegung genutzt, um Druck auf klima- und umweltsch\u00e4dliche Unternehmen aufzubauen. Aus diesen Gr\u00fcnden haben wir uns sehr auf den Workshop von BDS Austria am Klimacamp gefreut. Gestern (Montag, 18.05.) berichtete der Falter<\/strong> \u00fcber unser Camp [1]. Dabei wurde auch erw\u00e4hnt, dass der \u00f6sterreichische Nationalrat BDS Austria<\/strong> als antisemitisch einstuft<\/strong>. Daraufhin erreichten die Kleine Stadtfarm, auf deren Gel\u00e4nde unser Camp stattfindet, mehrere Nachrichten<\/strong>, die sie dazu dr\u00e4ngten, den Workshop nicht stattfinden zu lassen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n Wir haben einige Gespr\u00e4che gef\u00fchrt und uns ist klar geworden, dass wir nicht garantieren k\u00f6nnen, dass der Workshop in einem Rahmen stattfindet, in dem sich alle Beteiligten sicher und wohl f\u00fchlen. Daher haben wir in Absprache mit BDS entschieden, den Workshop morgen abzusagen. Das ist frustrierend und entt\u00e4uschend. Es ist uns wichtig zu erw\u00e4hnen, dass wir uns keineswegs von BDS oder deren Methoden distanzieren wollen und auch in Zukunft gerne mit ihnen zusammenarbeiten werden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n Dieser Vorfall ist keineswegs ein Einzelfall. Der Beschluss des Nationalrats (und \u00e4hnliche Beschl\u00fcsse des Wiener und Grazer Gemeinderats), der BDS Austria als antisemitisch einstuft und die Zusammenarbeit und F\u00f6rderung der Bewegung verbietet, ist ein gutes Beispiel f\u00fcr die Gleichsetzung von Antizionismus und Antisemitismus<\/strong>. Es ist auch wichtig zu erw\u00e4hnen, dass der Antrag einstimmig beschlossen wurde. Bedingungslose Solidarit\u00e4t mit Israel ist also das Programm aller im Parlament vertretenen Parteien.<\/strong><\/p>\n\n\n\n (Pro-)pal\u00e4stinensische Stimmen<\/strong> werden auch in den \u00f6sterreichischen Medien<\/strong> – unabh\u00e4ngig von deren politischen Positionierung – pauschal als antisemitisch oder terrorverherrlichend dargestellt<\/strong> und damit delegitimiert. Auch \u201elinke\u201c Medien, wie der Falter, sind Teil des Problems. Amnesty International sieht die Meinungsfreiheit im Bezug auf Pal\u00e4stinasolidarit\u00e4t durch Antisemitismus-vorw\u00fcrfe eingeschr\u00e4nkt und schreibt von einem \u201echilling effect\u201c, der Menschen davon abh\u00e4lt, sich mit Pal\u00e4stinenser*innen zu solidarisieren [2]. Diese Beobachtung haben wir hier auch gemacht. Es ist aber auch klar, dass Schweigen keine Option ist, und wir rufen alle auf, sich mit BDS zu solidarisieren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n Eigentlich sollten Pal\u00e4stinenser*innen selbst zu Wort kommen. Es sollte um den Genozid, die Apartheid und die Vertreibung gehen.<\/strong> Das Leid, aber auch der Widerstand und die Standhaftigkeit. Stattdessen geht es hier wieder um das Silencing pro-pal\u00e4stinensischer Stimmen und die Komplizenschaft \u00f6sterreichischer Medien und der Politik. Es tut uns sehr leid, dass der Workshop morgen nicht stattfinden kann.<\/strong> Kommt gerne trotzdem am Camp vorbei und wir schauen gemeinsam \u201eFive Broken Cameras\u201c.<\/p>\n\n\n\n <\/p>\n\n\n\n Free Palestine!<\/strong><\/p>\n\n\n\n <\/p>\n\n\n\n