Campvereinbarung – Klimacamp

Campvereinbarung

Wir wollen, dass sich alle Menschen auf dem Camp wohl und sicher fühlen. Wir sind recht viele Menschen auf dem Camp, seid also wachsam und passt auf euch und auf einander auf. Schließlich wollen wir alle eine schöne Zeit miteinander verbringen. Das Camp ist kein Ort für Rassismus, Rechtspopulismus, Sexismus, Homophobie oder jede andere Form der Diskriminierung. Refugees welcome. Generell vertrauen wir darauf, dass sich alle Teilnehmer*innen des Camps respektvoll und eigenverantwortlich verhalten. Auf einige Punkte, die uns als Organisationsteam besonders wichtig sind, möchten wir gezielt hinweisen und bitten alle Teilnehmer*innen, sich gemäß dieser Campvereinbarung zu verhalten. Die Hintergründe zu einigen Vereinbarungen findet ihr hier:

 

Alkohol und andere bewusstseinsverändernde Drogen

Wir wünschen uns einen respektvollen und achtsamen Umgang mit Alkohol und anderen bewusstseinsverändernden Drogen, damit sich alle Teilnehmenden sicher und wohl fühlen. Bitte achtet darauf, dass der Konsum von Alkohol und anderen bewusstseinsverändernden Drogen für euer Umfeld ok ist und fragt im Zweifelsfall lieber nach. Das Camp ist ein selbstorganisierter, politischer Raum und kein Festival. Des Weiteren sollte in folgenden Bereichen kein Alkohol getrunken und keine bewusstseinsverändernden Drogen konsumiert werden; bereits alkoholisierte, bzw. unter anderen bewusstseinsverändernden Drogen stehende Menschen sollten diese ebenfalls nicht mehr nutzen:

  • Kinderzelt
  • Carezelt
  • drogenfreie Schlafwiese

Montag, Mittwoch und Freitag sind ganz alkohol- und drogenfreie Tage. Wir bitten euch an diesen Tagen keinen Alkohol und andere bewusstseinsverändernde Drogen zu konsumieren. An der Bar wird kein Alkohol ausgeschenkt werden.

Der in unserer Gesellschaft normalisierte Umgang mit Alkohol war in unserer Klimacamp-Planung ein viel diskutiertes Thema. Die nunmehrige Regelung entstand aus unserem Wunsch nach eigenverantwortlichem Konsum als auch dem Bedürfnis nach berauschungsfreien Räumen gerecht zu werden. Es wird auch offene Diskussions- und Reflexionsräume zu diesem Thema geben. Mehr Informationen dazu gibt es beim Info- & Carezelt.

 

Rauchen von Tabak und anderen Substanzen

Wir bitten euch, nur in dem dafür vorgesehenen Rauchbereich zu rauchen. Bitte achtet darauf, dass die Überbleibsel nicht auf der Wiese sondern im Müll landen. Wir zählen Tabak nicht zu den bewusstseinsverändernden Drogen, laden euch aber trotzdem dazu ein, die drogenfreien Tage (Mo., Mi., Fr.) ’tabakfrei/-arm‘ zu verbringen.

 

Kinder- und Familienoase

Wir wollen Kinder nicht in eine “Betreuung” abschieben, sondern glauben, dass Menschen jeden Alters Inhalte erfassen und Beiträge leisten können. Darum gibt es jeden Tag Kinderprogramm. In der Kinder- und Familienoase sind Kinder sowie ihre Bezugspersonen jederzeit willkommen.

 

Oben-mit und freizügige Kleidung

Lasst uns “oben mit” leben und gemeinsam solidarisch schwitzen! Davon ausgenommen ist der Bereich rund um die Duschen und ausgeschilderte Lernräume. Oben mit bedeutet, dass Menschen zumindest Tops oder T-Shirts tragen sollten. Sport Bhs und Bikinis sind keine Tops. Kinder sind von der Vereinbarung ausgenommen, Stillen ist auch auf dem ganzen Campgelände in Ordnung.

Auch wenn wir versuchen, uns auf den Weg zur Utopie zu begeben, agieren wir nicht im luftleeren Raum. Solange Freiheiten nicht für alle gelten, sind sie Privilegien und um Privilegien abzubauen muss man sie sichtbar machen und konfrontieren. In der gegenwärtigen Gesellschaft ist oben ohne zumeist ein Privileg, das vor allem Cis-Männern und Menschen, deren Körper gesellschaftlichen Idealvorstellungen entsprechen, zugesprochen wird. Um die Reproduktion patriarchaler Strukturen und andere Formen der gesellschaftlichen Diskriminierung zu vermeiden, möchten wir uns solidarisch mit den Menschen verhalten, für die oben ohne meistens keine Option ist.

 

Hunde

Wenn du keine andere Möglichkeit findest, bring deinen Hund mit zum Camp und bitte übernimm dabei die Verantwortung, für deine*n tierische*n Freund*in zu sorgen. Bitte beachte dabei, dass viele Menschen für Tiere stressig sein können und respektiere, dass Menschen auf dem Camp Angst vor deinem Hund haben könnten und/oder dich auf das Verhalten des Hundes ansprechen. Selbstverständlich sollte der Hund nicht am Campgelände sein Geschäft verrichten – bitte achte darauf!

 

Umgang mit Geld

Wir verstehen uns als antikapitalistisches Camp. Es ist ein Ort, an dem Alternativen zum bestehenden Wirtschaftssystem diskutiert und ausprobiert werden. Diese Alternativen sind leider nicht auf das ganze Camp übertragbar, weil das Camp eine Insel innerhalb des globalen Kapitalismus darstellt und nicht vollkommen unabhängig von externen Strukturen funktioniert. Wie das Klimacamp sind auch viele linke Strukturen auf Geld angewiesen. Auf dem Camp wünschen wir uns Raum zur Unterstützung solcher Strukturen z.B. für Solidaritätskampagnen, Politgruppen, linke Verlage und Kollektive. Uns ist das Maß dabei wichtig, wir wollen nicht den Charakter eines Shoppingcenters oder einer Werbeveranstaltung annehmen. Kommerzielle Werbung und Werbung jeglicher politischer Partei sind am Camp nicht willkommen.

 

Fotos, Videos & Presse

Die Aufnahme von Videos und Fotos (privat und Klimacamp Fotograf*innen) in den Gemeinschaftsbereichen des Klimacamps ist grundsätzlich möglich. An den Schlafplätzen soll generell nicht gefilmt oder fotografiert werden. Wer gar nicht fotografiert oder gefilmt werden möchte (weder von Privatpersonen, noch vom Klimacamp Team oder anderen Pressefotograf*innen), kann sich im Infozelt No-Photo-Sticker holen. Bitte gut ersichtlich aufkleben!

Für Medienvertreter*innen gilt bitte: Arbeit am Camp (Interviews, Fotos, etc.) nur in Absprache mit dem Presseteam. Wir bitten daher Journalist*innen, sich im Voraus oder bei ihrer Ankunft auf dem Camp beim Pressezelt zu melden, ihr werdet dann dort von uns informiert und eingeschult.

Diese Regelung gibt es deshalb, da wir gerne einen Raum schaffen möchten, in dem einerseits Eindrücke in Form von Fotos und Videos festgehalten werden, andererseits auch jede*r seine*ihre Privatsphäre genießen kann und sich eines geschützten Umfeldes sicher ist. Uns ist bewusst, dass dieses Thema ein sehr sensibles ist. Falls dir daher etwas auffällt oder du Fragen an uns (Medienschaffende) hast, sprich uns gern direkt an!

 

Hygiene

Damit es und allen gut geht, nicht nur am 1. Tag, ist es wichtig, dass wir alle auf Hygiene achten. Denn mit Magen-Darm-Virus lässt sich die Welt nicht retten.

Daher wascht euch eure Hände bitte gründlich mit Seife und benutzt das Desinfektionsmittel:

  • nach jedem Gang zur Toilette/Pissoir
  • vor dem Essen
  • bevor ihr in der Küche helft (Schnippeln, Abwasch, Essensausgabe, …)

Solltet ihr an Magen-Darm erkranken, meldet euch bitte beim Infozelt, damit wir eine Chance haben die Ausbreitung einzudämmen.